Entwicklungsgeschichte des Funkwesensin Südafrika |
| chronologisch zusammengefasst von Gerhard März, Johannesburg, Südafrika - ex KWRS-Leiter, Nürnberg, ex DX-Editor Radio RSA |
| 1887 | Dr.
H.J. van der Bijl in Pretoria geboren. Er arbeitete an der Entwicklung der Elektronenröhre mit. Studium in Stellenbosch, Südafrika und Leipzig, Deutschland, wurde 1912 nach Dresden berufen. 1913 ging er in die USA und war beim Aufbau der Transkontinentalen Telefonlinie von der Atlantik- zur Pazifik-Küste bei der American Telephon and Telegraph Company beteiligt. 1920 Rückkehr nach Südafrika |
| 1897 | drahtlose Funkexperimente wurden erfolgreich von dem Postingenieur Edward Jennings in Port Elizabeth durchgeführt. |
| 1899 | der erste militärische Funksender und -empfänger wurde von Siemens nach Südafrika verschifft. |
| 1899-
1902 |
während des Burenkrieges (South African War) kamen deutsche Funkgeräte auf Seiten der Buren zum Einsatz, die aber meist von den Engländern "erobert" wurden. |
| 1904 | nach dem Krieg wurde drahtlose Telegrahpie für die Marine in Simonstown (bei Kapstadt) eingeführt. |
| 1908 | eine Sendestation an der Küste Natals wird geplant, die dann im Jahre |
| 1910 | bei Jacobs (nahe Durban) ihren Betrieb aufnahm, nachdem die ersten regulären Handelsschiffe diesen Hafen anliefen. |
| 1911 | Erste Funkstation für Slangkop wird bestellt. |
| 1911 | das Deutsche Kaiserreich baut eine starke Funkstation in Windhoek, der Hauptstadt der damaligen Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika. |
| 1914-
1918 |
grosse Fortschritte auf dem Funksektor während des 1.Weltkrieges |
| 1919-
1922 |
der experimentelle Rundfunk in Südafrika begann in der Hand von Amateuren. |
| 1921 | die erste drahtlose Telefonie-Station auf Bird Island bei Port Elizabeth wird eingerichtet. |
| 1922 | wurde auf einer Ausstellung der südafrikanischen Eisenbahn in Wembley eine temporäre Rundfunkstation eingerichtet. |
| 1924 | das Geburtsjahr des südafrikanischen Rundfunks (als Privatrundfunk !): |
| 01.Juli regelmässige Programme aus Johannesburg | |
| 15.Sep. regelmässige Programme aus Kapstadt | |
| 10.Dez. regelmässige Programme aus Durban | |
| 1925 | die SARL (South African Radio Amateur League) wird gegründet |
| 1927 | in Zusammenarbeit mit den Briten wurde eine Richtfunkverbindung von der Station Klipheuvel (Kapstadt) mit London eröffnet. Betreiber : Marconi Gesellschaft. |
| 1928 | wegen
finanzieller Schwierigkeiten wurden die Privatrundfunkstationen von
Geschäftsmann I.W.Schlesinger übernommen. Er
gründete die African Broadcasting Company. Es gab zu dieser Zeit ca. 25.000 Empfangslizenzen. |
| 1928 | April
: Meldung aus dem Fachblatt des "Funktechnischen Vereins",
"FUNK-BASTLER"
: Die African Broadcasting Corporation, die jetzt den Rundfunksender in Johannesburg (Rufzeichen JB) betreibt, beabsichtigt die Leistung dieses Senders im Laufe des Jahres auf 15 kW zu erhöhen und den jetzt in Johannesburg vorhandenen Sender, der nur 0.5 kW besitzt, nach der Inbetriebnahme des Grosssenders in Bloemfontein einzubauen. Auch die Einrichtungen bei den anderen beiden südafrikanischen Rundfunksendern in Durban und Kapstadt sollen so bald wie möglich verbessert werden. |
| 1932 | 01.Feb.
der Übersee-Telefon-Funkdienst begann über die
Marconi-Station
Kapstadt. Sendestelle Klipheuvel, Empfangsstelle Milnerton |
| 1936 | wiederum
wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde die private
Rundfunkgesellschaft African Broadcasting Company des
Geschäftsmannes I.W. Schlesinger aufgelöst und die South African
Broadcasting Corporation (SABC) mit Staatsmitteln als Anstalt
des öffentlichen Rechts gegründet. Die Starthilfe dazu gab der "Vater der BBC", Lord John Reith. Zu dieser Zeit gab es ca. 120.000 Empfangslizenzen. |
| 1936 | erste
Fernsehvorführungen in Südafrika auf der Empire Exhibition in
Milner Park, Johannesburg (aber erst 1970 entschloss sich die Regierung ein TV-Netz aufzubauen (siehe weiter unten). |
| 1948 | die Marconi-Funkstation Kapstadt wird von der südafrikansichen Post (Regierung) übernommen. |
| 1950 | im Mai strahlte erstmals der zweisprachige SABC Werbefunksender Springbok-Radio seine Programme in englisch und afrikaans aus. |
| 1952 | am 1. August begann ein Bantudienst in drei verschiedenen Sprachen für das Industrie- und Wohnballungsgebiet um Johannesburg |
| 1958 | die
neue grosse Übersee-Telefon- und Telegrafenstation bei Pretoria
wurde eröffnet. Sendestation Olifantsfontein mit dem Rufzeichen ZUD und Empfangsstation Derdepoort. Die Station wurde später ausgebaut für 30 Telefon- und 125 Telegrafen-Kanäle. Durch Zeitmultiplex-System wird ausserdem Mehrfachbelegung der Kanäle möglich. |
| 1961 | die SABC führt UKW-FM-Rundfunk ein mit 86kHz Kanalabstand, also über 200 Kanäle im Bereich von 87.6 bis 108 MHz. Gleichzeitig startet Radio Bantu auf UKW in sieben Sprachen. |
| 1964 | die regionalen SABC Werbefunksender Radio Highveld aus Johannesburg für die Transvaal Provinz, Radio Goop Hope aus Kapstadt für die Kapprovinz und Radio Port Natal aus Durban für Natal nehmen ihren zweisprachigen Dienst (englisch und afrikaans) auf UKW auf. |
| 1966 | Radio RSA |
| 1967 | Radio RSA eröffnet am 5. März seinen deutschen Dienst auf Kurzwelle. |
| 1967 | 8. September, Waldemar Denzin startet das beliebte DX-Programm KURZWELLENREITER innerhalb der Sendung in deutscher Sprache über Radio RSA |
| 1969 | ein UKW-Service in vier Bantusprachen wurde für Südwestafrika eingeführt |
| 1969 | die
Funkstelle ZUD wurde im Februar durch Eröffnung der
Unterseekabelverbindung mit Europa entlastet. Es stehen rund 360
Sprechkanäle zur Verfügung. Gleichzeitig wurde der Telefon-Selbstwahlverkehr eingeführt. |
| 1969 | Errichtung
einer NASA-Bodenstation zur Leitung und Beobachtung der amerikanischen
Apollo-Raumflüge in der Nähe von Pretoria. die Station wird nach dem Apollo-Programm für Wettersatelliten-Beobachtung verwendet |
| 1970 | Start zum Aufbau eines landesweiten Fernsehnetzes |
| 1975 | Ostern, die SARL (South African Radio League) feiert 50 Jahre Amateurfunkbewegung in Südafrika |
| 1975 | im Mai Beginn der Fernsehversuchsausstrahlungen, zweimal täglich eine Stunde |
| 1975 | 13. Oktober, Eröffnung eines neuen Werbefunksenders Radio 5 aus Johannesburg, nachdem die beliebte der SABC gehörende Station LM-Radio (Laurenco Marques Radio in Mosambique) aus politischen Gründen geschlossen werden musste. |
| 1975 | Fertigstellung einer Satelliten-Bodenstation bei Pretoria für Übersee-Selbstwahl-Telefonie und Telex zur Entlastung von ZUD und des Unterseekabels. Gleichzeitiger Zugriff zum internationalen Fernseh-Netz über Intelsat. |
| 1976 | 5.
Januar, offizieller Start des Fernsehens in Südafrika
zu Besuch Johannesburg, (Radio RSA Deutscher Dienst) |
| 1976 | 1. März, die UKW-Sender in Windhoek Südwestafrika werden über Mikrowellen- und Koaxkabel-Netz mit Südafrika verbunden sodass in Südwestafrika die bisherige "Schmalband"-FM-Übertragung der Vergangenheit angehört (bisher wurden die Programme über Kurzwelle aus Südafrika empfangen und ins lokale FM-Netz in Windhoek eingespeist). |
| 1977 | 8. September,
Sondersendung |
| 1978 | Radio RSA nimmt neue 500 kW Kurzwellensender (von Telefunken) in Betrieb. |
| 1979 | 1. Oktober, die SWABC (Southwest African Broadcasting Corporation) übernimmt selbständig die Rundfunkarbeit in Südwestafrika/Namibia |
| 1979 | mit
dem Aufbau des weltweit ersten digitalen Telefonamtes in EWSD-Technik
(Siemens) wird im Norden Johannesburgs begonnen. Es war eine Zeit lang eine Test-Anlage bis zur vollen öffentlichen Inbetriebnahme durch die Post, 20 Teilnehmer von Siemens, vom Kunden und andere V.I.P.'s hatten Test Anschlüsse. |
| 1979 | Das Zeitalter des Rundfunkmonopols endet in
Südafrika mit dem Erscheinen der ersten Privatstationen.
Capital Radio aus der Transkei auf Mittelwelle 604 kHz mit 500 kW und auf Kurzwelle mit 50 kW [Capital Radio jetzt im Internet !] in english: an interresting interview with John Berks on Radio development in South Africa and Mocambique (LM-Radio, Radio 5, 702 Talk Radio, Capital Radio) |
| 1980 | Start des Privatsenders Radio 702 nordwestlich von Johannesburg/Pretoria auf Mittelwelle 702 kHz. |
| 1987 | Januar, MNet startet seinen ersten terristrischen Privatfernsehkanal als Pay-TV mit Analog-Dekoder. |
| 1992 | Radio RSA stellt seinen Betrieb ein, Channel Africa löst den Auslandsdienst ab. |
| 1994 | nachdem das teuere
und umständliche analoge Autotelefon (C-Netz) nicht so richtig
einschlug wurden im Laufe des
Jahres zwei digitale Handy-Funknetze errichtet (GSM - D-Netze von
Vodacom und MTN). Funknetz-Testfahrzeug Autotelefon. |
| 1995 | August,
sollte der Starttermin von ASEC (African Satellite Entertainment
Corporation) werden mit vier TV-Satellit-Kanälen und 5
Radioprogrammen analog über Intelsat 704. ASEC, ein Zusammenschluss der Swaziland Television Broadcasting Corporation und südafrikanischen Geschäftsleuten hält jedoch auch seinen zweiten Termin, Dezember 95, nicht ein und schaltet die Versuchssendungen ohne Kommentar wieder ab.......... -pleite-. |
| 1995 | 28.September,
Pressemitteilung der SABC : "bis Dezember 1995 werden zwei analoge Satellitenkanäle für Südafrika ausgestrahlt, denen 8 digitale Kanäle bis Juli 1996 folgen sollen. Die Anzahl der Digitalkanäle wird auf 14 bis 16 bis Ende 1996 ausgebaut" ........... - leere Worte, die auch nicht eingehalten werden. Es werden lediglich die terristrischen Kanäle SABC 1,2 und 3 über Satellit ausgestrahlt, zusätzlich stundenweise Kuriositäten als Astra Plus und Astra Sport. Viele kleine Firmen die sich auf den Verkauf und die Montage von analog Satelliten-Systemen spezialisiert haben gehen pleite wegen dem ASEC and SABC Debakel. |
| 1996 | im Oktober geht der Privatanbieter Multichoice/MNet mit einem digitalen Pay-TV Bündel über PanAmSat 4 auf Sendung mit zunächst 20 TV und 50 Audio-Kanälen. |
| 1997 | Mai:
die Firma Deukom strahlt im Multichoice-Bündel ein
eigenes deutsches Pay-TV Paket für Südafrika aus, nach
vorherigen zweimonatigen Testsendungen von Deutsche Welle TV.
Wir kommen in den zweifelhaften Genuss die Stationen RTL, SAT1 und PRO7 sehen zu dürfen. PRO7 wird jedoch gegen ARD ausgetauscht, später kam das ZDF dazu. (ZDF mit Bildschirmtextausstrahlung) |
| 1998 | 28.Februar,
die beiden analogen SABC-Satelliten-Kanäle Astra Sport und Astra
Plus, die nie über das Stadium von "Versuchssendungen" hinauskamen
wurden wieder abgeschaltet. Digitalkanäle hat es nie gegeben. |
| 1998 | 01.Oktober: erster privater frei zu empfangender terristrischer TV-Sender beginnt sein reguläres Programm im Grossraum Johannesburg/Pretoria: e-tv |
| 1998/99 | der Satellit AfriStar nimmt seinen Betrieb im L-Band auf um im Rahmen des WorldSpace Programmes portablen Satelliten Rundfunkempfang in FM Qualität für Afrika zu ermöglichen. |
| 1999 | November : das digitale Pay-TV Bündel von Multichoice (einschliesslich DEUKOM) wurde auf PanAmSat 7 gelegt. |
| 1999 | Sentech, Südafrikas Rundfunk- und TV-Signalverteiler Company (staatlich), registrierte die Firma VIVID für direct-to-home KU-Band digital Satelliten TV (PanAmSat 4) mit späterem Ausbau als zweites Pay-TV Paket neben Multichoice. Während Multichoice das IRDETO Verschlüsselungssystem verwendet kommt bei VIVID NagraVision zum Einsatz. Momentan frei zu empfangen (u.a.) : EURONEWS (inzwischen gegen AfriSat/Nepad ausgetauscht) und DW englisch Radio |
| 1999 | Das C-Netz Autotelefonsystem wurde abgeschaltet. |
| 2000 | 23.Februar
: Südafrikas eigener Amateurfunksatellit "SUNSAT"
umkreist seit einem Jahr die Erde. Gebaut in der Universität Stellenbosch. QSL-Karte: Seite1, Seite2 |
| 2000 | 09. Juni : Deukom erweitert sein deutsches Pay-TV Paket für Südafrika. PRO7 kommt wieder (sic), aber auch 3sat als Neuzugang. Als Rundfunkkanäle werden Bayern1, Bayern3 und DW Radio angeboten. |
| 2001 | Der "Krieg" der digital Satellite TV-Decoder startet in allem Ernst nachdem ueber den Multichoice-Decoder die 3 SABC Kanäle und e-tv nicht mehr frei zu empfangen sind und über den Sentech-Data-Stream den man auch mit dem Multichoice-Decoder empfangen kann, diese Kanäle ebenfalls blockiert wurden. Eine e-mail Anfrage an Sentech/SABC wurde telefonisch dahingehend beantwortet dass man sich einen VIVID Decoder kaufen muss um SABC sehen zu können ........ schriftlich getraut man sich diesen Schwachsinn anscheinend nicht zu veröffentlichen ....... |
| 2005 | 01. Januar : Deukom sendet ab Januar
ARD und 3sat 24 Stunden am Tag in Stereo Ton Pro Sieben wechselt sich mit DW-TV wie folgt DW-TV von 05:00 bis 14:00 SAT, Pro7 16:00 bis 05:00 SAT ZDF, SAT 1 und RTL nach wie vor 24 Stunden, ZDF ab Januar in Stereo Ton |
| 2005 | Der Mobilfunkanbieter Vodacom erweitert sein Netz in
UMTS Technik und bietet über ein Einsteckmodem für Notebook
PC und/oder einer Computersteckkarte fuer den PC drahtlosen (und
mobilen) Internetanschluss an. Alle Stationen in Siemens Technik. 3G (UMTS) mit 384 kb/s und alternativ wo es keine UMTS Funkzellen gibt die GPRS Technik mit 57 kb/s von den normalen landesweiten GSM Mobilfunkzellen. Fazit: 3G zu dünn gestreut, die verwendete burst Technik ist zu langsam (384 kb/s wird nie erreicht) und unzuverlässig, keine Alternative zu DSL GPRS extrem langsam (halbe Geschwindigkeit von normalem 56 kb/s dial-up Modem) und unzuverlaessig, nicht empfehlenswert. Für das gebotene zu teuer: 1GB Datenmenge up/download R 616.- / Monat, 2GB doppelt, 3 GB dreifach usw. |
| 2005 | Immer mehr WiFi Hotspot Internet Zellen werden
errichtet, aber leider wie überall in der Welt an untauglichen
Plätzen wie Flughafen Airline Lounges, Hotels und einzelnen
Restaurant Ketten. Überwiegend nur kommerziell nutzbar. Ein kostenloser Hotspot wurde in Knysna (Garden Route) an der Lagune auf dem Thesen Island beim Environmental Centre eingerichtet. |
| 2006 | Vodacom erweitert die UMTS (3G) Internet Technik auf
HSDPA mit 1.8 Mb/s Aufgrund der Funktechnologie die anscheinend nicht kompatibel mit dem Internet Datenfluss werden aber nur 400 bis 800 kb/s erreicht. Im internationalen Verkehr eher an der unteren Grenze. Zwei Tarife wurden eingefuehrt, HSDPA mit den oben genannten Preisen vom alten 3G, das langsamere 3G (384 kb/s) wurde um 20% reduziert. Vergleichstest HSDPA Vodacom South Africa mit T-MOBILE Germany. |
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